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Am 26. Mai 1833 nahm der englische Reiseberichterstatter George Clayton Atkinson mit dem Schiff „Peggy“ von Newcastle aus Kurs auf die Färöer-Inseln. Der Zweck seiner Reise diente der Forschung, insbesondere der Ornithologie, Geologie und Anthropologie.
Ausgabedatum: 23.02.2015
Artikelnr.: PPS000215
Wert: 34,00
In den Jahren zuvor hatte er auch Reisen zu den Hebriden und Shetland-Inseln unternommen. Als er im Jahr 1833 färingischen Boden betrat, waren auch Wiliam Cookson und Wiliam Proctor dabei. Die Forschungsreise nach Färöer und Island dauerte drei Monate.
Die Reise des Clayton Atkinson ist eher unbekannt im färingischen Raum. Als Königin Elisabet II. im Juni 1990 Island besuchte, überreichte sie den Reisebericht „Journal of an Expedition to the Feroe and Westman Islands and Iceland 1833 by George Clayton Atkinson“als Geschenk für die damalige Ministerpräsidentin Vigdis Finnbogadóttur. Weniger bekannt ist die Tatsache, dass Clayton Atkinson auch auf den Färöer-Inseln Reisen unternommen hatte. Mit seinen Berichten lieferte er als einer der ersten Beobachter wertvolle Schilderungen von Land und Leute aus dieser Zeit.
Neben der „Stanley Reise“ (1789) und der „La Recherche Reise“ (1839) auf die Färöer zählt dieser Bericht zu einem der bedeutendsten. Das Forschungsschiff „La Recherche“ lief weite Teile Skandinaviens und der Färöer-Inseln an. Die Zeit zwischen der „Stanley-Reise“ und der Reise mit dem Schiff „Maria“ von 1854 - die färingische Post brachte beide Reisen als Briefmarken heraus - ist nur teilweise durch Reisende dokumentiert. Unter diesen waren deutsche Reisende und die französische Korvette „La Recherche“, Bilder dieser Reise sind auch als Briefmarken der färingischen Post herausgebracht worden. Die wenigen Reisenden aus dem 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts haben so gut wie keine Zeichnungen und Malereien hinterlegt. Die Clayton Atkinson Reise gilt daher als Hauptwerk im Bereich der Topographie. Darüber hinaus liefert sie wichtige Zeichnungen über die Inseln.
In der Zeit vor Clayton Atkinsons Reise waren Joseph Banks (1743-1820), Sir Wiliam Jackson Hooker (1785-1865), der Schotte Sir George Stuart Mackenzie (1780-1848) und der Geologe Walter Calverly Trevelyan (1822-1837) die bekanntesten Reiseforscher auf den Färöer-Inseln. Clayton Atkinson kannte diese. In der Zeit nach 1840 besuchten zwei weitere Reisende die Inseln: Der Abenteurer Sir Richard Francis Burton (1875) sowie der viktorianische Designer William Morris (1871).
Clayton Atkinsons erste Begegnung mit den Färingern war an Bord eines französischen Schiffes im Hafen der färingischen Insel Vágoy. Gemäß den Schilderungen von Atkinson wurden auf dem Schiff sowohl Waren gekauft als auch verkauft. Die Färinger hatten Angst vor der Cholera und blieben deshalb in ihren Boten. Für die französische Währung hatten sie kein besonderes Interesse, sondern sie tauschten Waren wie Schafsfälle, Milch und anderes. Die Franzosen handelten mit Rotwein und Cognac. Der Reisende bemerkte über die Färinger: „Diese waren wahrlich eine sonderbare Erscheinung.“ In der Hauptstadt Thorshavn angekommen, beschrieb er den Ort als „schön“. Dort traf er unter anderem den höchsten Ordnungshüter Christian Pløyen (1803-1867).
Unter den Insulanern war Clayton Atkinson beliebt und auf seinen Reisen wurde er oft von diesen begleitet. Dabei war ein intensiver Austausch über gemeinsame Interessen möglich. Er beschreibt die Färinger als ehrlich, gläubig, gelehrt und auch als ansehnlich – zumindest während ihrer Jugendzeit. Sonst bemerkt er über die Färinger sie seien wie „Damen und Herren an allen anderen Orten“.
Clayton Atkinson war sowohl Naturwissenschaftler als auch Maler. In seinen Berichten zeigte er einen tiefen Respekt vor den Menschen, die er versuchte zu schildern. In diesem Punkt reiht sich Atkinson in eine Reihe von Reisenden aus dem 18. Jahrhundert ein, wie beispielsweise Sir John Stanley, die man auch „Gentleman-Reisende“ nennt.
Die ausgesuchten Bilder für das färingische Gedenken an George Clayton Atkinsons Reise sind zunächst von ihm als Skizzen gezeichnet worden. Diese Skizzen dienten Thomas Miles Richardson (1784-1848) später als Vorlagen für seine Wasserfarbenmalerei. Dieser war zu seiner Zeit ein berühmter Maler in England und wurde oft mit dem bekannten Maler William Turner verglichen. Die Malereien zeigen folgende Motive: eine färingische Wassermühle, die Gesteinsformation „Tröllkonufingur“, einen Wasserfall in Vágoy, die Hauptstadt Thorshavn und die kleinen Inseln Koltur und Hestur.
In dem Reisebericht sind 29 Bildtafeln in Farbe und vier Porträts. Mindestens vier hier genannte Künstler haben zu den Zeichnungen beigetragen. Neben Clayton Aktinson selbst, der sowohl Vögel als auch Menschen gemalt hat, waren auch die bekannten Maler T.M. Richardson, George Richardson und Henry Perlee Parker beteiligt.
Kim Simonsen,
Ph.d und Mag. Art