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Religion in der Wikingerzeit - Block postfr.

Christliche Kreuze sind in mehreren Siedlungen aus der Wikingerzeit auf den Färöern gefunden

Ausgabedatum: 28.09.2015
Artikelnr.: PPS000915
Wert: 36,00


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Über das Motiv


Religion in der Wikingerzeit. Ausgabetag: 28.09.2015. Wertei: 3 x 12,00 DKK. Nummern: FO 814-816
Briefmarkenformat: 34 x 25 mm. Format, Block: 156 x 60 mm. Künstler: Martin Mörck. Drucktechnik: Offsett / Stahldruck
Druckerei: Sweden Post Stamps, Schweden. Gebührensatz: Grossbriefe auf den Färöern, 0 - 50 gr.

 

 

Religion in der Wikingerzeit

 

Auf dem Höhepunkt seiner Macht erstreckte sich das Römische Reich bis nach England. Weder das nördliche Schottland und die schottischen Inseln noch die kontinentalen Gebiete nördlich und östlich von Rhein und Donau waren jedoch jemals Teil des Reichs, das somit auch nie Skandinavien umfasste.

 

Um das Jahr 400 nach Christus wurde das Imperium an der Adria geteilt. Das weströmische Reich zerfiel im Laufe des 5. Jahrhunderts in mehrere Königreiche, von denen das Reich der Merowinger das wichtigste wurde. Die Römische Kirche erreichte in ihrer kontinentalen Form bereits vor dem Jahr 600 England und dehnte sich auf dem Kontinent weiter aus. Um das Jahr 800 zu Beginn der Wikingerzeit entstand das Karolingische Reich, das auf dem Kontinent zur zentralen Macht wurde. Archäologische und historische Quellen zeugen von der Expansion des Karolingischen Reichs in Bezug auf Bebauung, Produktion und Handel sowie in der politischen, militärischen und kirchlichen Organisation. Im Laufe des 10. Jahrhunderts hielt das Christentum auch seinen Einzug in Dänemark.

 

Im keltischen Westen hatte das Christentum bereits Ende des 4. Jahrhunderts Fuß gefasst. Dieses Christentum hatte seine Wurzeln in den frühchristlichen Gesellschaften des östlichen Mittelmeerraums. Die Christen suchten hier Einsamkeit an menschenleeren Orten, um sich der Anbetung von Gott widmen zu können. Die christliche Kultur in Irland wurde nur in sehr geringem Maße von den Ereignissen auf dem Kontinent berührt und konnte daher ihre Tradition und Struktur auf klösterlicher Basis bewahren. Christen aus Irland haben die Färöer vermutlich bereits vor den Wikingern betreten.

 

Ende des 8. Jahrhunderts etablierten die Skandinavier über die Ostsee Handelsrouten in das nordwestliche Russland und weiter gen Süden, wodurch Nordeuropa mit der reichen islamischen Welt in Kontakt kam. Im 9. Jahrhundert expandierten die Skandinavier dann bis in den Nordatlantik.

 

In der frühen Wikingerzeit hatte sich somit ein beinahe weltumspannendes Austauschsystem entwickelt. Nachrichten, Ideen, Kulturströmungen, Traditionen, Literatur und Musik konnten nun schneller verbreitet werden als je zuvor. Die Welt war auf gewisse Weise kleiner geworden und die Perspektive des einzelnen Menschen größer.

 

Die Färöer gehörten in der Wikingerzeit zusammen mit den übrigen nordatlantischen Gesellschaften, dem Großteil Norwegens und dem keltischen Westen zu den Randgebieten der europäischen Szene, wo das skandinavische Engagement in der Wikingerzeit auf den britischen Inseln eine Mischkultur schuf, die auch die nordatlantischen Auswanderergesellschaften prägen sollte. In dieser Mischkultur spielte das Christentum eine große Rolle, in seiner kontinentalen ebenso wie in seiner irischen Form.

 

Die formale Annahme des Christentums, die laut Überlieferung um das Jahr 1000 erfolgte, ist daher als Zeugnis anzusehen, dass man auf den Färöern ebenso wie in Skandinavien Teil des kontinentalen Christentums werden wollte. Dieses war jedoch in ein Königtum integriert, das es auf den Färöern noch nicht gab. Das irische Christentum war ein klösterliches Christentum von der Basis her, während das Christentum in seiner kontinentalen Form eng mit den Machthabern der Gesellschaft verbunden war.

 

Im Gegensatz zu Island und anderen Ländern sind klassische heidnische Gräber aus der Wikingerzeit auf den Färöern im Großen und Ganzen unbekannt, was darauf hinweisen kann, dass die Siedler der Landnahmezeit überwiegend Christen waren. Die vielen Bethäuser, deren Überreste man auf den Färöern findet, sind vermutlich als private Kirchen anzusehen, die von den frühen christlichen Bewohnern der Färöer erbaut wurden. Bis jetzt war noch keines dieser Bethäuser Gegenstand archäologischer Untersuchungen, doch Erfahrungen aus den anderen nordatlantischen Auswanderergesellschaften deuten darauf hin, dass sie bis in die Wikingerzeit zurückreichen und möglicherweise die kleinen Klöster des irischen Christentums zum Vorbild hatten. Zwei christliche Holzkreuze des irischen Typs, die in der wikingerzeitlichen Siedlung Toftanes in Leirvík gefunden wurden, lassen sich beide auf die Zeit vor der offiziellen Konvertierung datieren und unterstützen damit die Auffassung, die hierin zum Ausdruck gebracht wurde.

 

Christliche Kreuze unterschiedlicher Art, die in Grabsteine oder Steingerätschaften eingemeißelt oder in Holz geschnitzt wurden, konnten in mehreren Siedlungen aus der Wikingerzeit und dem Frühmittelalter auf den Färöern gefunden werden und sind faszinierende greifbare Zeugnisse des frühen Christentums auf den Inseln.

 

Steffen Stummann Hansen

 

 

 

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